Eine verschwundene Siedlung im Kataster der Gemeinde Stodůlky im Hartmanitz-Gebiet. Im Jahr 1939 waren hier noch 36 Einwohner gemeldet, doch sie wurden gleichsam vom Lauf der Zeit fortgetragen. Ein weiteres interessantes Fleckchen im Böhmerwald. Zu sehen war es in einer der Internetproduktionen von TV Stream. Dort wurde von einem Arzt berichtet, der hier lebte und noch in den 1990er-Jahren auf dem Pferd von hier aus Patienten versorgte. Über etwas anderes jedoch wird nicht gesprochen, etwas, das wir hier auch nicht im Detail schildern können – eine Mordtat, die sich an diesem Ort ereignet haben soll. Die Überlieferung kennen wir nur aus weitergegebenen Erzählungen, und sie ist von wahrhaft erschütternder Art. Gegen Ende des Krieges lebte hier eine Mutter mit zwei kleinen Kindern. Damals im Böhmerwald, wie auch vielerorts in Europa,herrschte ein rachsüchtiger Geist. Wir sind nicht hier, um zu richten, also machen wir es kurz. Kurz gesagt: Eine Gruppe junger Männer kam in einem Geländewagen vom Typ GAZ nach Einöde (Pustina) und zwang die Frau mitsamt ihren Kindern nach draußen, wo sie sie vor den Augen ihrer Töchter erschossen. Damals waren sie noch winzig, doch sie vergaßen es nie – wie könnten sie auch! Den Leichnam ihrer Mutter wickelten die Männer in einen Teppich und brachten ihn in das Krankenhaus von Schüttenhofen (Sušice). Was weiter mit ihr geschah, entzieht sich unserer Kenntnis. Darüber zu schreiben ist unmöglich, da einige der Namen hierorts wohlbekannt sind und die Hauptbeteiligten ohnehin bereits tot sind. Es muss erwähnt werden, dass die Töchter jener Frau telefonisch mit einem Bekannten von uns sprachen, der inzwischen ebenfalls verstorben ist; sie lehnten jedwedes Interview, ob für ein Buch oder privater Natur, mit der Begründung ab, dass sie zu diesem Ereignis nicht mehr zurückkehren und die Erinnerung nicht wachrufen wollen. Mit dem Tod unseres Bekannten verloren auch wir jeglichen Kontakt, und so wird diese Geschichte wohl in den Tiefen der Geschichte versunken bleiben. Zumindest für die nächsten Jahre. :-( Jedenfalls wird es einen schon von weitem frösteln, wenn man Einöde besichtigt. Das traurige Nachwort liegt wohl darin, dass hier die Mühlen Gottes nicht einmal ansatzweise mahlten und die Mörder vermutlich ein friedliches Leben bis zu ihrem Ende führten. :-( Die Fotografien wurden an diesem Samstag, dem 12.11.2016, aufgenommen – Schnee liegt hier mehr als genug. :-)
GPS: 49.14919°N, 13.43244°E
Maps: https://mapy.cz/zakladni?x=13.4324400&y=49.1489865&z=17&source=coor&id=13.4324449.14919
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