Im Jahre 1964 drehte das damalige Tschechoslowakische Fernsehen eine Dokumentation über die Legenden des Schwarzen Sees (Černé jezero) und des Teufelssees (Čertovo jezero), wozu auch Taucher herangezogen wurden. Diese stießen bald auf eine beträchtliche Menge an Sprengstoffen und mehrere Kisten unbekannten Inhalts (laut einem Bericht des Innenministeriums vom 16. Juli 1964). Insgesamt wurden vier Kisten geborgen, die geheime NS-Schriftstücke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs enthielten. Eben diese Dokumente sollten die Pläne des RSHA (d. h. Reichssicherheitshauptamt der SS, Anm. d. Aut.) beinhalten, denen zufolge denen zufolge der Böhmerwald nach dem Vorbild der Alpenfestung in eine sogenannte „Böhmerwaldfestung“ hätte umgewandelt werden sollen.
Übrigens soll sich nur wenige Tage später etwas kaum Begreifliches ereignet haben – zumindest für mich als Laien. Die Kisten verschwanden wie von Zauberhand, und kurz darauf erschien in der bayerischen Presse die Meldung, dass auf der bayerischen Seite in einem der Stollen nationalsozialistische Dokumente entdeckt worden seien, die sicher verschlossen und vor der Öffentlichkeit verborgen blieben.
Bis heute sollen sie dort liegen, und offenbar zeigt niemand besonderes Interesse daran, ihren Inhalt zu erforschen. Doch all das sind nur Vermutungen.
Heute weiß man angeblich, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte, verbreitet von Geheimdiensten mit dem Ziel, die Verjährungsfristen nationalsozialistischer Verbrechen zu beeinflussen und bestimmte politische Akteure zu diskreditieren.
Im Zusammenhang mit diesem Thema ist auch die Juránek-Hütte interessant, die einst auf dem nahegelegenen Svaroh stand. Sie wurde 1922 vom tschechischen Ski-Club Pilsen für die Bedürfnisse von Skifahrern und Wanderern errichtet. Ihren Namen erhielt sie nach Arno Juránek, dem Stiefsohn von Karel Klostermann, vor allem aber einem Pionier des Skisports im Böhmerwald. 1931 brannte die Hütte nieder. Das Feuer soll absichtlich gelegt worden sein. Mit Hilfe von Darlehen und Spenden wurde 1932 ein Neubau errichtet, doch auch dieser entging seinem Schicksal nicht. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte sie die deutsche Armee, die sie 1945 schließlich sprengte. Welche Aktivitäten dort stattfanden, ist nicht bekannt. Im Jahr 1945 wurde die Hütte ein drittes Mal aufgebaut. Doch bald darauf schloss das kommunistische Regime ihre Türen, und ab 1948 verfiel sie allmählich, bis sie schließlich vollständig zerfiel.
Von der Hütte aus ist es tatsächlich nur ein kurzes Stück bis zum Schwarzen See, und wer den Svaroh heute besteigen will, tut dies am besten von der deutschen Seite aus. Als Lohn erwartet ihn ein Ausblick, wie für Götter geschaffen. Was die Nationalsozialisten in jener Hütte und in der unmittelbaren Nähe der Seen tatsächlich taten, bleibt unklar. Warum wurde die Gaststätte, die während des gesamten Krieges am Ufer des Schwarzen Sees betrieben wurde, gegen dessen Ende geschlossen? Im Februar 1945 erließ K. H. Frank Richtlinien zur Verbergung wichtiger Dokumente, und im selben Monat wurde das Betretungsverbot für das Gebiet beider Seen ausgesprochen. Die Einheit, die sich dort aufhielt, ergab sich schließlich den Amerikanern, doch das Geheimnis wurde bis heute nicht gelüftet. Was folgte, bestätigt durch die sogenannte Aktion Neptun, zeigt nur, dass das Geheimnis des Schwarzen Sees noch Jahre nach dem Krieg ausreichend war, um Menschen in Angst zu versetzen.
Der See besitzt auch seinen eigenen Schutzengel, wie die Chronik von Markt Eisenstein (Železná Ruda) aus dem Jahre 1944 bezeugt: Im Alter von 72 Jahren verstarb der Fabrikant Arno Juránek, ein begeisterter Verehrer des Böhmerwaldes. Seine Gattin verwahrt die Urne in ihrer Obhut. Nach ihrem Ableben sollte die Urne mit der Asche von A. Juránek auf den Grund des Schwarzen Sees hinabgelassen werden.
Interessante ergänzende Informationen lieferte uns Herr Václav Vetýška, ein freundlicher Leser. Er behauptet, die Urne von A. Juránek sei letztlich nicht in den Schwarzen See hinabgelassen worden; vielmehr sei seine Asche über der Wasserfläche verstreut worden. Dagegen soll A. Juránek bereits im Januar 1926 eine Urne mit der Asche seines engen Freundes Julius Polák in den Seegrund hinabgelassen haben. Darauf habe eine Tafel am Felsen hingewiesen. Diese wurde später entfernt, da sie von Angehörigen der Grenztruppen durch Schüsse beschädigt worden war; in diesem Jahr soll sie durch eine neue ersetzt werden.
15.3.2018 um 18:38 Uhr
Dobrý den, rád bych Vás upozornil na chybičku ve Vašem textu.
Na Jezerní hoře není žádné místo odkud by byla vidět obě jezera.
Je to nemožné. Za další nejasnost je to, že urna A.Juránka byla spuštěna do Černého jezera. Nebyla. Jeho popel byl rozprášen
nad hladinou Černého jezera. Naopak A.Juránek v lednu 1926
spustil na dno jezera urnu s popelem svého velmi dobrého kamaráda
Julia Poláka. Upozorňovala na to destička na skále. Byla sundána, neboť byla prostřílena příslušníky PS a bude v letošním roce nahrazena novou.
Prosím více bádat a i tomu věnovat více času.
Václav Vetýška.
15.3.2018 um 19:49 Uhr
Dobry den,
Dekuji za upozorneni. Cerpala jsem pouze z te tabule a internetu. K Cernemu jezeru uz se vracet nebudu, ale clanek rada doplnim. V nasem muzeu na Dobre Vode se dokonce muzete tesit na vystavu o nem, kterou planujeme na sklonku roku.
Prijemny den preje
Veronija M. Rubinkova